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Akute Leukämien (AML, ALL) und myelodysplastische Syndrome (MDS)
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Akute Leukämien (AML, ALL) und myelodysplastische Syndrome (MDS)

Karl-Anton KreuzerLeitung

Prof. Dr. med. Karl-Anton Kreuzer

Kontakt

Klinik I für Innere Medizin
Uniklinik Köln
Gebäude 13 (LFI), 5. OG, Raum 062
Kerpener Straße 62
50937 Köln

Telefon: +49 221 478-97626 (Sekretariat)
Telefax: +49 221 478-97627 (Sekretariat)
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Klinischer Schwerpunkt

Die Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln ist ein Zentrum der Schwerpunktversorgung von Patienten mit akuten myeloischen (AML), akuten lymphatischen (ALL) Leukämien sowie myelodysplastischen Syndromen (MDS). Wir können unseren Patienten dabei das vollständige Spektrum von einer hochwertigen Diagnostik über alle wissenschaftlich gesicherten und neuartigen Therapieformen bis hin zur kompetenten und einfühlsamen Palliativbehandlung anbieten. Deutschland- und europaweit zählen wir zu den größten Zentren dieser Art.

Diagnostik

Für die Behandlung von akuten Leukämien und Myelodysplasien sind eine akkurate Diagnose sowie eine präzise Risikoabschätzung von allergrößter Bedeutung. Aus diesem Grunde überprüfen wir bei jedem unserer Patienten zunächst diese grundlegenden Informationen und wiederholen oder komplettieren gegebenenfalls notwendige Analysen. In unserem Labor für molekulare Hämatologie und Onkologie halten wir alle hierfür notwendigen Techniken vor. Kritische Fälle diskutieren wir per Telemikroskopie mit überörtlichen Kollegen und versenden in ausgewählten Situationen Material zur weiteren Untersuchung in Referenzlabore.

Stationäre Versorgung

In den meisten Fällen von akuten Leukämien und gelegentlich auch bei Myelodysplasien ist eine stationäre Behandlung notwendig. Alle Stationen unserer Klinik sind für solche Zwecke ausgestattet (Ein- und Zweibettzimmer) und verfügen über ärztliche Mitarbeiter, welche in der Therapie dieser Erkrankungen sehr erfahren sind. Auf den Normalstationen erfolgen zumeist die Akuttherapie sowie die Behandlung der häufigsten Komplikationen. Patienten, welche besonders versorgungs- oder beobachtungsbedürftig sind, können darüber hinaus auf einer Überwachungsstation (Intermediate Care Unit) untergebracht werden. Im Falle einer besonders aufwendigen pflegerischen und/oder ärztlichen Betreuung steht unsere Intensivstation mit dem vollen Repertoire intensivmedizinischer Maßnahmen zur Verfügung.

Ein Teil unserer Leukämie- und MDS-Patienten muss sich einer Stammzelltransplantation unterziehen. Hierzu hat unserer Klinik den Schwerpunkt Stammzelltransplantation gebildet. Innerhalb dieses Arbeitsbereiches erfolgt die Vorbereitung und Durchführung dieser Behandlung durch besonders qualifiziertes Personal auf einer speziellen Transplantationsstation (Station 13C). Es versteht sich von selbst, daß die Zusammenarbeit mit diesem Arbeitsbereich ganz besonders eng ist, und die Betreuung der Patienten präzise aufeinander abgestimmt wird. Für die Identifikation von Stammzellspendern für unsere Patenten ist eine HLA-Typisierung der Empfänger sowie potentieller Spender notwendig. Diese Untersuchungen werden in der Abteilung für Transfusionsmedizin unseres Klinikums angeboten. Die dort ansässige Blutspendezentrale stellt außerdem die rund-um-die-Uhr-Versorgung unserer Patienten mit lebenswichtigen Blutprodukten sicher.

Bei der Behandlung akuter Leukämien und fortgeschrittener Myelodysplasien spielt insbesondere die Supportivbehandlung eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grunde arbeiten wir diesbezüglich sehr eng mit dem Schwerpunkt Infektiologie unserer Klinik zusammen, welcher eine besondere Expertise auf diesem Gebiet besitzt.

Klinische Studien

In den vergangenen Jahren konnten erhebliche Fortschritte bei der Behandlung akuter Leukämien und myelodysplastischer Syndrome erzielt werden. Ein wichtiges Instrument hierfür sind klinische Prüfungen, bei denen neue diagnostische und therapeutische Verfahren mit bisherigen Methoden verglichen werden. Als akademische Institution sehen wir uns dem medizinischen Erkenntnisgewinn verpflichtet, um zukünftigen Erkrankten besser helfen zu können. Aus diesem Grund bitten wir jeden unserer Patienten, der sich hierfür qualifiziert, an einer klinischen Prüfung mitzuwirken. Die studienbezogene Betreuung erfolgt in diesem Fall durch hierin besonders geschultes Personal unseres Klinischen Studienzentrums. Im folgenden eine Auswahl derzeit aktiver Studien an unserer Klinik:

Akute myeloische Leukämien

  • A Randomized, Risk and Age Adapted Comparison of the Dose-Dense Regimen S-HAM (sequential high dose cytosine arabinoside and mitoxantrone) versus Standard Double Induction for Initial Chemotherapy of Adult Patients with Acute Myeloid Leukemia (AML-CG 2008)
  • A Phase II Study of Oral Single Agent Panobinostat in Patients with Refractory de novo or secondary Acute Myelogenous leukemia (CLBH589B2213 )
  • A Phase III Randomized, Double-Blind Study of Induction (Daunorubicin/Cytarabine) and Consolidation (High Dose Cytarabine) Chemotherapy + Midostaurin (PKC412) or Placebo in newly diagnosed Patients < 60 years of age with FLT3 Mutated Acute Myeloid Leukemia (AML) – “RATIFY” (PKC412A2301/CALGB10603)
  • Eine randomisierte Studie zum Vergleich der Effekte von intensivierter Doppelinduktion unter Einschluß von hoch dosiertem Ara-C in Kombination mit ATRA, gefolgt von TAD Konsolidierung und zyklischer Erhaltungstherapie(AMLCG-Konzept) und von Induktionstherapie mit ATRA und Idarubicin (AIDA), gefolgt von drei anthrazyklinhaltigen Konsolidierungszyklen plus ATRA und Erhaltungstherapie (PETHEMA-Konzept) (APL Primärtherapie)

Akute lymphatische Leukämie

  • Multizentrische Therapieoptimierungsstudie der akuten lymphatischen Leukämie bei Erwachsenen und Adoleszenten ab 18 Jahren - Therapieoptimierung durch Evaluation der minimalen Resterkrankung (GMALL 07/2003)
  • Therapieoptimierungsstudie für ältere Patienten (> 55 Jahre, ohne obere Altersgrenze) mit akuter lymphatischer Leukämie (GMALL Elderly 01/2003)
  • Multizentrische Therapieoptimierungsstudie für die Therapie der B-ALL und hochmaligner Non-Hodgkin-Lymphome bei Erwachsenen ab 18 Jahre (GMALL B-ALL/NHL 2002)

Myelodysplastische Syndrome

  • A phase 3, multicenter, randomized, double-blind, placebo-controlled. Parallel-group study to compare the efficacy and safety of lenalidomide (Revlimid) versus placebo in subjects with transfusion-dependent anemia due to IPSS low or intermediate-1 risk myelodysplastic syndromes without deletion 5q(31) and unresponsive or refractory to erythropoiesis-stimulating agents (CC-5013-MDS-005)

Sprechstunde

Akute Leukämien bedürfen einer sorgfältigen ambulanten Weiterbehandlung oder Nachsorge. Ein großer Teil unserer MDS-Patienten wird ebenfalls ambulant behandelt. Zu diesem Zwecke befindet sich in der Ambulanz unserer Klinik eine Leukämie- und MDS-Sprechstunde. Hier stellen wir sicher, daß eine adäquate Weiterversorgung unserer Patienten erfolgt. Wir kooperieren dabei sehr eng mit den niedergelassenen Kollegen unseres Faches, um eine möglichst wohnortnahe Betreuung zu gewährleisten. Die Sprechstunde ist ferner Anlaufstelle für konsiliarische Anliegen jedweder Art von Kollegen in Praxen oder anderen Krankenhäusern. Sofern es ein Patient wünscht, nehmen wir auch in Form einer sogenannten Zweitmeinung Stellung zu seinem Fall.

Palliativmedizin

Sofern eine akute Leukämie oder Myelodysplasie nicht geheilt werden kann, rückt eine lindernde (palliative) Behandlung in den Vordergrund. Diese kann aus einer milden gegen die Grunderkrankung gerichteten Therapie bestehen und/oder aus verschiedenen Ansätzen, welche eine Vermeidung von Komplikationen (zum Beispiel Infektions- oder Blutungsprophylaxe) zum Ziel haben. Darüber hinaus steht häufig die günstige Beeinflussung von Krankheitssymptomen (zum Beispiel Schmerzen) im Mittelpunkt der therapeutischen Bemühungen. Am Kölner Universitätsklinikum besteht der besondere Vorteil, daß hier ein eigenständiges Zentrum für Palliativmedizin angesiedelt ist, mit dem wir sehr eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Psychosoziale Hilfe

Neben den zahlreichen körperlichen Aspekten von Leukämie- und MDS-Erkrankungen möchten wir auch Hilfestellung bei der Bewältigung der psychosozialen Probleme dieser Erkrankungen geben. Der Sozialdienst unseres Klinikums kann bei der Organisation der häuslichen Versorgung wertvolle Dienste leisten. Für die psychoonkologische Betreuung unserer Patienten steht der Verein LebensWert mit in diesen Dingen ganz besonders kompetentem Personal zur Verfügung. Selbstverständlich suchen wir auch den engen Kontakt zu Patientenverbänden (Deutsche Leukämie- und Lymphomhilfe e.V., MDS-Foundation), mit denen wir insbesondere regelmäßige Informationsveranstaltungen für Betroffene und deren Angehörige organisieren.

Kooperationen

Neben der eigenen Forschung unterstützen wir die wissenschaftliche Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Leukämie- und MDS-Forschung durch Mitgliedschaft, aktive Teilnahme oder Zusammenarbeit in folgenden Verbänden:

AML Cooperative Group (AMLCG), München

AML Study Group (AMLSG), Ulm

Cancer and Leukemia Group B, Chicago/IL, USA

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, Berlin

Deutsche Studiengruppe für Myelodysplastische Syndrome, Duisburg

Deutsches MDS-Register, Berlin

European Group for Blood and Bone Marrow Transplantation (EBMT)

European Leukemia Net, Mannheim

European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC), Brüssel, Belgien

German Multicenter Study Group on Adult ALL (GMALL), Frankfurt

Kompetenznetz Akute und chronische Leukämien, Mannheim

Ostdeutsche Studiengruppe Hämatologie und Onkologie e.V. (OSHO), Leipzig

Studienallianz Leukämie (SAL), Dresden

Publikationen

siehe PubMed