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Hodgkin-Lymphom

Andreas EngertLeitung

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Andreas Engert

Kontakt

(Sekretariat: Yvonne Görzig/ Beate Plogmann)
Telefon: +49 221 478-5933
Telefax:  +49 221 478-3778
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Klinischer Schwerpunkt

Das Hodgkin-Lymphom hat sich seit Einführung der Polychemotherapie zu der am besten behandelbaren malignen Krebserkrankung im Erwachsenenalter entwickelt. Insgesamt werden mehr als 80 % aller betroffenen Patienten geheilt. Allein in Deutschland leben derzeit etwa 70.000 ehemalige Hodgkinpatienten und stellen somit die größte Gruppe „Krebsüberlebender“ dar. Zu dieser Entwicklung hat die Deutsche Hodgkin-Studiengruppe (German Hodgkin Study Group, GHSG) erheblich beigetragen, die seit 2007 von Herrn Prof. Dr. Andreas Engert geleitet wird. Studiensekretär der GHSG ist Herr Prof. Dr. Peter Borchmann.

Die Therapie von Patienten mit Hodgkin Lymphom basiert im wesentlichen auf einer Chemotherapie, die in frühen und mittleren Stadien mit einer lokalisierten Strahlentherapie im sog. Involved Field (IFRT) kombiniert wird. Die kürzlich im New England Journal of Medicine erschienene HD10 Studie der GHSG belegt, dass Patienten in frühen Stadien (early favorable) lediglich nur noch mit zwei Zyklen ABVD gefolgt von 20 Gy IFRT behandelt werden müssen. In den mittleren Stadien (early unfavorable) werden in der Regel 4 Zyklen Chemotherapie mit nachfolgender IFRT kombiniert. In den aktuellen Studien für Patienten in frühen und mittleren Stadien wird untersucht, ob durch eine Positronen-Emissionstomographie (PET) diejenigen Patienten identifiziert werden können, die keine zusätzliche Bestrahlung benötigen.
Für Patienten in fortgeschrittenen Stadien hat die GHSG ein Dosis-intensives Regime entwickelt (BEACOPPeskaliert), das zu einer deutlichen Verbesserung der Heilungsrate betroffener Patienten geführt hat. BEACOPP wird mittlerweile in den meisten europäischen Therapie-Algorithmen für Patienten in fortgeschrittenen Stadien verwendet. Die kürzlich veröffentlichte HD15 Studie der GHSG hat gezeigt, dass 6 Zyklen BEACOPP effektiver und besser verträglich als 8 Zyklen sind und daher der neue Standard für Patienten in fortgeschrittenen Stadien sind.

Aufgrund des in der Regel jungen Alters (im Mittel 32 Jahre) und der hohen Heilbarkeit von Hodgkin-Patienten bestehen für die von der Erkrankung geheilten Patienten in der Folge Risiken für die Entwicklung von Spätschäden wie Zweittumoren, Herz- und Lungenerkrankungen, Fatigue und Infertilität. Deshalb  hat die Erforschung von Spätnebenwirkungen der Therapie einen sehr großen Stellenwert bei der Planung und Durchführung neuer Therapiekonzepte. Daneben werden sämtliche auftretenden Nebenwirkungen systematisch erfasst, um Risikofaktoren für die Entwicklung spezieller Spätschäden zu finden. Neue Behandlungs- und Diagnostikmethoden werden entwickelt, die das Auftreten von Spätschäden verringern sollen und zu einer frühzeitigen Diagnose und Therapie führen.

Schwerpunkt der aktuellen Therapieforschung sind neue zielgerichtete Therapeutika. Erfreulicherweise konnte durch Kopplung eines monoklonalen Antikörpers mit einem wirksamen Zellgift eine sehr vielversprechende Therapieoption für Hodgkin Patienten entwickelt werden, auf deren Tumorzellen das CD30 Antigen expremiert wird. Dieses ist bei fast allen Patienten mit einem klassischen Hodgkin Lymphom der Fall. Dieses neue Medikament, Brentuximab Vedotin, wurde mittlerweile in Europa für die Behandlung von rezidivierten und refraktären Hodgkin Lymphom Patienten zugelassen. Die Substanz ist sehr gut verträglich und hat in den klinischen Zulassungsstudien bei intensiv vorbehandelten Hodgkin Patienten in 75% der Fälle eine komplette oder partielle Remission induziert; der Anteil kompletter Remissionen betrug 34%. Derzeit wird diese vielversprechende Substanz auch in früheren Stadien der Erkrankung in Kombination mit Chemotherapie klinisch erprobt.

Alle drei Jahre richtet unsere Studiengruppe in Köln einen internationalen Kongress zum Hodgkin Lymphom aus. Das nächste Symposium wird im Oktober 2013 stattfinden. Wir erwarten etwa 1000 Forscher und Kliniker der verschiedenen an der Therapie dieser Erkrankung beteiligten Fachbereiche. Darüber hinaus findet in der Regel einmal pro Jahr ein Studientreffen der an den Therapiestudien beteiligten Ärzte und Wissenschaftler statt, zu dem Hämato-Onkologen, Strahlentherapeuten und Nuklearmediziner aus Deutschland, der Schweiz, Tschechien, Österreich und Holland kommen. Es bestehen enge und freundschaftliche Beziehungen zu anderen auf dem Gebiet des Hodgkin Lymphoms tätigen Studiengruppen, so dass sämtliche neuen Erkenntnisse verglichen und international diskutiert werden.

 

Klinische Studien

Folgende klinische Studien zur Behandlung des Hodgkin-Lymphoms sind derzeit an unserem Zentrum aktiv:
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