Arbeitsgruppe für evidenzbasierte Onkologie

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Ziel der evidenzbasierten Onkologie ist die Verbindung der besten verfügbaren (Studien-) Evidenz mit klinischer Expertise und individueller Entscheidungsfindung, um so maßgeblich zur verbesserten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit onkologischen Erkrankungen beizutragen. Die Arbeitsgruppe Evidence-based Oncology an der Uniklinik Köln bedient sich modernster Methoden und der anerkannten Standards in der evidenzbasierten Medizin, um diese Ziele in Onkologie und zu weiten Themen im Feld der Inneren Medizin zu erfüllen. Ihre methodischen Schwerpunkte umfassen die Evidenzaufbereitung für klinische S3-Leitlinien (Erstellen von Evidenzprofilen, Risk-of-Bias-Bewertung, Anwendung GRADE und Evidence-to-Decision Framework, MAGICapp), das Erstellen systematischer Übersichtsarbeiten und Metaanalysen sowie die Erforschung und Fortentwicklung von Methoden.

Adresse

Besucheradresse: Gleueler Straße 273, 50935 Köln 
Postadresse: Kerpener Str. 62, 50937 Köln

Unsere Schwerpunkte

Klinischer Schwerpunkt der Forschungsgruppe Evidence-based Oncology liegt auf der Bewertung von Verfahren zur Prävention, Diagnose und Therapie erwachsener Patient*innen mit onkologischen Erkrankungen. Im Fokus stehen dabei Leukämien und Lymphome sowie nicht-onkologische hämatologische Erkrankungen wie die aplastische Anämie, aber auch Supportivtherapien, Stammzelltransplantationen und der Einsatz von hämatopoietischen Wachstumsfaktoren. Neben primär hämato-onkologischen Themen und in Kooperation mit nationalen und internationalen Experten befasst sich die Arbeitsgruppe auch mit weiteren onkologischen Fachgebieten, wie Mammakarzinomen, Nierenzellkarzinomen, Prostatakarzinomen und Schilddrüsenkarzinomen. Darüber hinaus beschäftigt sich Cochrane Hematology in seinen Arbeiten auch intensiv mit der Evaluation supportiv-therapeutischer Maßnahmen.

Ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Erstellung, Aktualisierung und Verbreitung systematischer Übersichtsarbeiten zur Bewertung medizinischer Interventionen. Als Teil der Editorial Base von Cochrane Haematology, eine von 52 Reviewgruppen der renommierten Cochrane Kollaboration, liegt ihr Hauptfokus auf der Erstellung und redaktionellen Betreuung besonders hochwertiger systematischer Reviews, sogenannter Cochrane Reviews. Als onkologische Reviewgruppe von Cochrane gehört sie zum internationalen Netzwerk Cochrane Cancer, das von Frau PD Dr. Skoetz als Senior Editor geleitet wird.

Ein weiteres Fachgebiet der Arbeitsgruppe ist die Erstellung und Koordination von klinischen Leitlinien. Die Gruppe ist insbesondere auf Leitlinien spezialisiert, die sowohl auf der best-verfügbaren Evidenz als auch unter Mitwirkung und in Abstimmung mit führenden klinischen Expert*innen erstellt werden und so dem höchsten Evidenzlevel entsprechen (dt.: S3-Leitlinien). Gemeinsam mit nationalen und internationalen Fachgesellschaften koordiniert die Arbeitsgruppe eine Vielzahl dieser Projekte oder leistet die entsprechende methodische und evidenzbasierte Betreuung. Schließlich tragen die Mitglieder der Arbeitsgruppe im Rahmen von internationalen Kooperationen und Netzwerken maßgeblich zur Fortentwickelung evidenzbasierter Methoden bei.

Systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen

Zu den innovativen Reviewmethoden, die in der Gruppe angewendet werden, gehören unter anderem:

  • Netzwerk Metaanalysen
  • Systematische Reviews zu prognostischen Faktoren und Modellen
  • Living Systematic Reviews
  • Systematische Reviews basierend auf nicht-randomisierten Studien
  • Systematische Reviews basierend auf Clinical Study Reports
Klinische Leitlinien

Bei der Durchführung von klinischen Leitlinien nutzen die Mitglieder der Arbeitsgruppe den Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation (GRADE) Ansatz. Sie sind Experten im Einsatz der zugehörigen, fest etablierte wie auch innovative Instrumente zur Aufbereitung, Bewertung und Kommunikation vorhandener Evidenz, so zum Beispiel:

  • Das Evidence-to-Decision Framework
  • Summary-of-Findings Tabellen und Evidenzprofile in allen Formaten 
  • Die Software GRADEpro Guideline Development Tool (GDT)
  • Die Software MAGICapp

Ausführend und koordinierend trägt die Arbeitsgruppe unter anderem zu den folgenden Leitlinien bei:

  • Hodgkin Lymphom (Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft, gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie)
  • Chronisch lymphatische Leukämie (Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft, gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie)
  • Multiples Myelom (Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft, gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie)

Als betreuende Methodiker wirken ihre Mitglieder unter anderem in folgenden Leitlinien mit:

  • Schlafapnoe (geleitet von der European Respiratory Society)
  • Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen (Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft, geleitet von der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie und der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie)
  • Follikuläres Lymphom (Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft, geleitet von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie)
  • Schilddrüsenkarzinom (Leitlinienprogramm Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft,  geleitet von der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin, Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie und der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
Methodenforschung

Schwerpunkte von Frau PD Dr. Skoetz und ihrem Team in der Methodenforschung sind, unter anderem:

  • Überlebenszeitendpunkte (sog. Time-to-event outcomes) und deren Verwendung in systematischen Reviews und Meta-Analysen
  • Fortentwicklung prognostischer systematischer Reviews
  • Fortentwicklung des Living Evidence Ansatzes
Kooperationen

Sowohl in ihrer klinischen als auch methodischen Tätigkeit arbeiten die Mitglieder der Arbeitsgruppe eng mit weiteren Expert*innen und internationalen Organisationen zusammen, so zum Beispiel:

  • Cochrane
  • Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation (GRADE)
  • Living Evidence Network
  • World Health Organisation
Patientenpartizipation

Im Rahmen von Cochrane Reviews werden auch Patient*innen und Patientenvertreter*innen eingebunden. Partizipation trägt dazu bei, dass die Perspektive von Personen, die selber von dem zu untersuchenden Gesundheitsproblem betroffen sind, unter anderem in folgenden Reviewprozessen einbezogen wird:

  • Fokussierung der Forschungsfrage
  • Priorisierung von patientenrelevanten Endpunkten
  • Dissemination der Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit

Das Team

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Angela Aldin, M.Sc.
Moritz Ernst, M.Sc.
Marius Goldkuhle, M.Sc.
Tina Jakob, M.Sc.
Vanessa Piechotta, M.Sc.

Informationsspezialistin
Ina Monsef

Studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte

Burcu Besiroglu
Carolin Hornbach
Julia Caro-Valenzuela
Lara Mossakowski
Marco Kopp

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