T Zell vermittelte Immunität bei Infektionserkrankungen (AG Cornely)

Verschiedene Risikofaktoren wie z.B. Immunsuppression begünstigen die Entwicklung von invasiven Pilzerkrankungen. Typische Pilzinfektionen sind die invasive Candidiasis, invasive Aspergillose und Mucormycose.

Die Standarddiagnostik für invasive Pilzinfektionen besteht aus Blutkulturverfahren, der Untersuchung von bronchoalveolärem Lavagematerial, Gewebebiopsien und serologischen Tests, die zum Teil fehleranfällig oder unspezifisch sein können. Darüber hinaus kann die Durchführung je nach Gesundheitszustand des Patienten kontraindiziert sein.

Unzureichende Diagnostik und hohe Mortalität der invasiven Mykosen führen zu komplexen Behandlungsstrategien, wie z.B. prophylaktische Medikamenteneinnahme, empirischer und zielgerichteter Therapie.

Mit der Neuentwicklung von diagnostischen Tests versuchen wir eine schnelle, valide Pathogenidentifizierung zu erreichen, auch dann wenn die Standarddiagnostik negativ bleibt, oder die Komorbiditäten des Patienten invasive diagnostische Maßnahmen verbieten.

Wir nutzen periphere mononukleäre Zellen aus Vollblut und stimulieren diese mit Pilzlysaten. Bei wiederholtem Kontakt des Immunsystems mit fungalen Pathogenen in der Vorgeschichte können wir Pilz-reaktive T Zellen aus dem Blut mittels Durchflusszytometrie identifizieren und quantifizieren. Mit der Entwicklung von neuen diagnostischen Test versuchen wir die Diagnostik zu optimieren, so dass mit einer zielgerichteten Therapie das Überleben der Patienten verbessert werden kann.

Wir erhalten Patientenproben von mehreren deutschen Kliniken durch das FungiResearch Netzwerk und fungieren als Labor für das Kölner Exzellenzzentrum der European Confederation of Medical Mycology (ECMM).

In Zukunft werden wir die Methodik in Kooperation mit der AG Klinische Mikrobiomforschung und der AG Immunologie der HIV-Infektion hinsichtlich der Diagnostik und Interaktion zwischen weiteren bakteriellen und fungalen Pathogenen erweitern um die zelluläre Immunantwort zu messen.

Zur Person

Kurzbiografie

Prof. Cornely ist seit 1994 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Klinik I für Innere Medizin. Er ist Facharzt für Innere Medizin, Hämatologe und internistischer Onkologe und Infektiologe. Er steht bei Fragen zu Infektionen zur Verfügung. Schwerpunkte sind Infektionen bei Abwehrschwäche.

Prof. Cornely hat am CECAD die Professur für Translationale Forschung inne und ist wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Klinische Studien Köln (ZKS Köln). Zudem fungiert er als Koordinator und Leiter des ECMM Diamond Excellence Centers (Exzellenzzentrum für invasive Pilzerkrankungen) an der Uniklinik Köln.

Prof. Cornely leitet die Arbeitsgruppe Infektionen der European Hematological Association (EHA). Er ist Studienkoordinator des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und Leiter des National Hub des europäischen IMI-COMBACTE Konsortiums. Er ist Mitglied im Vorstand des US-amerikanischen Mycoses Study Group - Education and Research Consortium (MSGERC) und wurde im Juni 2018 in den Vorstand der International Society for Human and Animal Mycology (ISHAM) gewählt.

Er organisiert und leitet Klinische Studien in zahlreichen Fragestellungen. Seine klinische Tätigkeit setzt er derzeit im Infektiologischen Konsildienst fort. 

Klinischer Schwerpunkt: Infektiologie

  • Leitung des ECMM Diamond Excellence Centers (Exzellenzzentrum für invasive Pilzerkrankungen)
    invasive Mykosen
  • chronische mukokutane und pulmonale Mykosen
  • seltene Mykosen
  • Infektiologischer Konsildienst
  • Patienten mit anderen komplizierten Infektionen
  • Reisemedizinische Beratung
  • Gutachter für infektiologische Fragestellungen
  • Zugang zu neuen – noch in der Erprobung stehenden – diagnostischen Verfahren und Therapien

    Forschungsschwerpunkte

    • Alterung und Alters-assoziierte Erkrankungen am CECAD
    • Klinische Studien am ZKS Köln und im DZIF (stellvertretender Standortsprecher Bonn-Köln, Leiter translationale Infrastruktur Klinische Studienzentren)
    • Antimykotika-Entwicklung (FungiResearch)
    • Antibiotika-Entwicklung in IMI-COMBACTE (Leiter der deutschen Zentrale „National Hub“)
    • Leitlinien, national, international (AGIHO, DGHO, ERS, ESCMID, ECMM, IDSA)

      Fachgesellschaften

      • European Confederation of Medical Mycology (ECMM): Immediate Past-President
      • European Hematology Association (EHA): Leiter AG Infektionen
      • Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO): Beirat AG Infektionen
      • National Institutes of Health (NIH): Mycoses Study Group Education and Research Consortium, Board of Directors
      • European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC): Infectious Diseases Group
      • ESCMID Fungal Infection Study Group (EFISG): Studienkoordinator
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