23.01.2019
Blutkrebs-Forschung

Förderung von Nachwuchswissenschaftlerin verlängert

Unterstützung durch Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung

Dr. Alexandra Schrader, Foto: Uniklinik Köln
Dr. Alexandra Schrader, Foto: Uniklinik Köln

In Anerkennung der Fortschritte zur Aufklärung der pathobiologischen Mechanismen der T-Zell Prolymphozyten-Leukämie (T-PLL) durch Dr. rer. nat. Alexandra Schrader hat die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung die wissenschaftliche Förderung der Nachwuchswissenschaftlerin verlängert. Die T-PLL ist eine seltene Form von Blutkrebs, die vorwiegend bei älteren Patienten auftritt. Er spricht auf die üblichen Therapien schlecht an und führt in der Regel innerhalb von zwei bis drei Jahren zum Tod.

Der Arbeitsgruppe „Lymphozytäres Signaling und Onkoproteom“ (Leiter Dr. Marco Herling) an der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln, der Dr. Schrader als Wissenschaftlerin angehört, gelang es im Laufe der letzten Jahre eine der größten Sammlungen an T-PLL Patientenproben zu etablieren. Darauf basierend konnten die molekularen Mechanismen, die dieser schwerwiegenden und bisher unheilbaren Erkrankung unterliegen, wesentlich umfassender charakterisiert werden. Neben den laborexperimentellen Arbeiten sind auch die klinischen Aktivitäten zur T-PLL um die Kölner Gruppe, wie beispielsweise multizentrische klinische Studien, ein deutschlandweites Register oder eine Zweitmeinungssprechstunde vielbeachtet.

Die bisherigen Forschungsergebnisse von Dr. Schrader gaben Hinweise darauf, dass eine Veränderung von kleinen Nukleinsäureabschnitten – sogenannte micro RNAs – die in der Zelle wichtige regulatorische Funktionen übernehmen, zur Entstehung der malignen Erkrankung beitragen. Vor allem scheint ein Schlüsselmolekül der Prozessierung von micro RNAs in der T-PLL fehlreguliert. Das Forschungsprojekt der Wissenschaftlerin schließt hier an: im Rahmen der "Charakterisierung des deregulierten 'miRoms' der T-PLL zur Untersuchung seiner Rolle für die Pathogenese" soll das Profil der Leukämie-assoziierten micro RNAs umfassend katalogisiert und deren Konsequenzen für zelluläre Vorgänge dokumentiert werden. Die geplanten Arbeiten zielen auf eine grundlegende Verbesserung des molekularen Verständnisses der bisher unzureichend verstandenen T-PLL ab. Wesentlich für die erfolgreiche Verlängerung der Förderung waren auch die sehr guten Strukturen am Kölner Campus.

Das José Carreras-Forschungsstipendium für die Kölner Nachwuchswissenschaftlerin ist mit einer jährlichen Fördersumme von 42.650 Euro über drei Jahre ausgestattet.
 
Hintergrund:
Seit über 20 Jahren fördert die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung mit verschiedenen Stipendienprogrammen den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Erforschung hämato-onkologischer Erkrankungen in Deutschland. Hierfür hat sie bereits rund 12 Millionen Euro bereitgestellt. 1987 erkrankte der Opernsänger José Carreras an Leukämie. Aus Dankbarkeit über seine Gesundung gründete er  1995 die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. und folgend die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung. Seither wurden bereits über 200 Millionen Euro gesammelt und mehr als 1.200 Projekte finanziert, die den Bau von Forschungs- und Behandlungseinrichtungen, die Erforschung von Leukämie und ihrer Heilung sowie die Arbeit von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen zum Ziel haben.

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