12.11.2019
Jubiläumsveranstaltungen

20 Jahre allogene Stammzelltransplantation in Köln

Uniklinik Köln gehört zu führenden Standorten für zelluläre Therapien

Prof. Dr. Christof Scheid, Foto: Michael Wodak
Prof. Dr. Christof Scheid, Foto: Michael Wodak

Köln zählt in Deutschland zu den Top Ten-Standorten für allogene Stammzelltransplantationen: Über 1.000 Patienten haben an der Uniklinik Köln seit 1999 diese immunologisch wirksame Therapie erhalten. Zum Einsatz kommt sie vor allem bei Patienten mit Blut- und Lymphdrüsenkrebs. Die Uniklinik Köln feiert das 20-jährige Jubiläum mit einem Fach-Symposium und einem Patiententag.

Die Transplantation von Spender-Stammzellen ist eine langfristig wirksame Maßnahme zur Behandlung von Krebs. Auf der Station für Knochenmark-transplantation (KMT) an der Uniklinik Köln werden aktuell jedes Jahr rund 100 Stammzelltherapien durchgeführt, bei denen Zellen eines gesunden, verwandten oder nicht-verwandten Spenders einem Patienten übertragen werden (allogene Transplantation).

 

Jubiläumsveranstaltungen „20 Jahre Stammzelltransplantation“

Termin: Samstag, 16. November 2019
Ort: Uniklinik Köln, Forum (Gebäude 42), Joseph-Stelzmann-Str. 20, 50937 Köln
Symposium: 10:00 bis 12:30 Uhr
Patiententag: 13:00 bis 16:30 Uhr

„Ich bin froh, dass wir ein so erfahrenes Team für die allogene Stammzelltransplantation in Köln etabliert haben. Mit diesem Team und einer eigenen Intensivstation, einer Intermediate-Care-Station und einer Zell-Apherese-Einheit sowie einem erfahrenen Team aus Lotsen und Case Managern, einer ambulanten Nachsorge mit vielen erfahrenen Ärzten und Pflegekräften haben wir eine mustergültige Situation und Kompetenz, die wir für unsere Patienten anbieten können“, sagt Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin an der Uniklinik Köln.

Obwohl die Transplantation von Stammzellen ein seit Jahrzehnten etabliertes Verfahren ist, gibt es eine Reihe von offenen Fragen, die in klinischen Studien untersucht werden. So kommt es trotz weit entwickelter Typisierungsverfahren oft zu einer Abstoßungsreaktion zwischen Spender- und Empfängerzellen, die medikamentös behandelt werden muss. Ein Schwerpunkt der Klinischen Studien an der Uniklinik Köln will daher die Methoden zur Verminderung und Besserung von Abstoßungsreaktionen verbessern.

Die Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) ist eine solche Abstoßungsreaktion, die oft mit Kortison behandelt wird – mit zahlreichen Nebenwirkungen und nicht immer erfolgreich. Daher kommt eine Vielzahl anderer Methoden zum Einsatz: Bei der Photopherese werden Blutzellen des Patienten in einer Maschine gesammelt, mit ultraviolettem Licht bestrahlt und in die Blutbahn zurückgegeben. Ein anderer Ansatz verwendet spezielle Gewebe-Stammzellen mehrerer Spender, die im Labor gezüchtet und dann dem Patienten infundiert werden. Ebenso werden Antikörper eingesetzt, die das Eindringen der Spender-Immunzellen in die Darmwand des Patienten verhindern. Im Rahmen Klinischer Studien werden auch neue, zielgerichtete Medikamente zur Behandlung der GvHD getestet.

„Wir bemühen uns seit Jahren, durch neue Forschungsergebnisse die Komplikationen der Abstoßungsreaktionen bei der Graft-versus-Host-Erkrankung zumindest zu verringern oder so möglich gänzlich zu verhindern“, sagt Prof. Dr. Christof Scheid, Leiter des Transplantationsprogramms.

Nach einer Transplantation greifen die Zellen des gespendeten Knochenmarks häufig nicht nur die Krebszellen an, sondern auch die Organe des Empfängers. In rund 50 Prozent der GvHD-Fälle sind die Augen betroffen. Dies kann sehr belastend sein und bis zum vollständigen Sehverlust führen. An der Uniklinik Köln hat sich im Zentrum für Augenheilkunde deshalb das bundesweit erste Kompetenzzentrum für okuläre GvHD gegründet, in dem jährlich circa 200 Patienten vor und nach Stammzelltransplantation untersucht werden.

Nach oben scrollen