Akute Leukämien (AML, ALL) und myelodysplastische Syndrome (MDS)

Die Klinik I für Innere Medizin ist ein Zentrum der Schwerpunktversorgung von Patienten mit akuten myeloischen (AML), akuten lymphatischen (ALL) Leukämien sowie myelodysplastischen Syndromen (MDS). Wir können unseren Patienten dabei das vollständige Spektrum von einer hochwertigen Diagnostik über alle wissenschaftlich gesicherten und neuartigen Therapieformen bis hin zur kompetenten und einfühlsamen Palliativbehandlung anbieten. Deutschland- und europaweit zählen wir zu den größten Zentren dieser Art.

Zur Person

Kurzbiografie

Prof. Dr. Karl-Anton Kreuzer studierte Medizin an den Universitäten Bonn, München (TU), Pittsburgh/USA und Zürich/Schweiz. Seine wissenschaftliche Ausbildung komplettierte er durch Forschungsstipendien am Wistar Institute in Philadelphia/USA und dem Weizmann Institute of Science in Rehovot/Israel. Er absolvierte seine internistische Ausbildung bei Prof. Dr. Dieter Huhn am Virchow-Klinikum der Charité in Berlin.

Seit 2004 ist Prof. Kreuzer an der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln tätig und wurde im Jahr 2006 zum Thema „Molekulare Diagnostik in der Hämatologie“ habilitiert. An der hiesigen Klinik ist er für die Behandlung akuter Leukämien (AML/ALL) und myelodysplastischer Syndrome (MDS) zuständig. Ferner leitet er die Gerinnungssprechstunde der Klinik und ist diesbezüglich als Konsiliarzt tätig.

Prof. Kreuzer leitet die interdisziplinäre onkologische Projektgruppe (IOP) "Akute Leukämien und MDS" des Centrums für Integrierte Onkologie Köln Bonn (CIO). Zusammen mit Prof. Dr. Andreas Engert organisiert er außerdem das "Leukämie- und Lymphomboard" der Klinik I für Innere Medizin. Darüber hinaus leitet er das Routinelabor für hämatologische Spezialdiagnostik der Klinik im Schwerpunkt Hämatologische Diagnostik. In diesem Labor ist auch eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe angesiedelt, die sich mit der molekularen Pathogenese und der experimentellen Therapie maligner hämatopoetischer Systemerkrankungen befasst.

Prof. Kreuzer ist Mitglied nationaler und internationaler Fachgesellschaften auf dem Gebiet der Hämatologie/Onkologie und ist darüber hinaus als Gutachter für in- und ausländische Institutionen der Forschungsförderung sowie für zahlreiche Fachzeitschriften tätig. Prof. Kreuzer ist ferner Herausgeber und Mitherausgeber verschiedener hämatologisch-onkologischer Fachzeitschriften und internistischer Standardwerke.

Forschungsschwerpunkte

Prof. Kreuzer führt klinische Prüfungen bei akuten Leukämien und myelodysplastischen Syndromen durch. Ferner ist er Prüfarzt bei Therapiestudien zu Lymphomen und soliden Tumoren. Neben der Routinediagnostik von Leukämien und Lymphomen befasst sich Prof. Kreuzer mit der Erforschung neuer molekularer und immunologischer Marker zur Initial- und Verlaufsdiagnostik hämatologischer Neoplasien. Ein besonderer Schwerpunkt besteht dabei auf den Erkrankungen des lymphatischen Systems.

Darüber hinaus beschäftigt sich seine Arbeitsgruppe mit der Erforschung neuer pathogenetischer Mechanismen bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL). In diesem Zusammenhang steht auch die experimentelle Therapie dieser Erkrankung durch selektive Inhibitoren aberrant aktiver Signalkaskaden.

Klinische Schwerpunkte

  • Die Behandlung akuter Leukämien und myelodysplastischer Syndrome (MDS) sowie die Koordination nationaler und internationaler klinischer Therapiestudien bei akuter myeloischer Leukämie (AML), akuter lymphatischer Leukämie (ALL) und MDS
  • Hämatologische Spezialdiagnostik (Zytomorphologie, Durchflusszytometrie, Molekulargenetik und Zytogenetik) bei hämatologischen Erkrankungen in Blut- und Knochenmarkproben sowie anderen Punktionsmaterialien (z.B. Ergüsse, Liquor, Lymphknoten)
  • Durchflusszytometrische Referenzdiagnostik bei der Diagnose lymphatischer Neoplasien, zentrale Immunphänotypisierung bei der Initial- und Verlaufsdiagnostik innerhalb multizentrischer und internationaler Therapiestudien zur chronischen lymphatischen Leukämie (CLL)

Diagnostik

Für die Behandlung von akuten Leukämien und Myelodysplasien sind eine akkurate Diagnose sowie eine präzise Risikoabschätzung von allergrößter Bedeutung. Aus diesem Grunde überprüfen wir bei jedem unserer Patienten zunächst diese grundlegenden Informationen und wiederholen oder komplettieren gegebenenfalls notwendige Analysen. In unserem Labor für molekulare Hämatologie und Onkologie halten wir alle hierfür notwendigen Techniken vor. Kritische Fälle diskutieren wir per Telemikroskopie mit überörtlichen Kollegen und versenden in ausgewählten Situationen Material zur weiteren Untersuchung in Referenzlabore.

Stationärer Aufenthalt

In den meisten Fällen von akuten Leukämien und gelegentlich auch bei Myelodysplasien ist eine stationäre Behandlung notwendig. Alle Stationen unserer Klinik sind für solche Zwecke ausgestattet (Ein- und Zweibettzimmer) und verfügen über ärztliche Mitarbeiter, welche in der Therapie dieser Erkrankungen sehr erfahren sind. Auf den Normalstationen erfolgen zumeist die Akuttherapie sowie die Behandlung der häufigsten Komplikationen. Patienten, welche besonders versorgungs- oder beobachtungsbedürftig sind, können darüber hinaus auf einer Überwachungsstation (Intermediate Care Unit) untergebracht werden. Im Falle einer besonders aufwändigen pflegerischen und/oder ärztlichen Betreuung steht unsere Intensivstation mit dem vollen Repertoire intensivmedizinischer Maßnahmen zur Verfügung.

Ein Teil unserer Leukämie- und MDS-Patienten muss sich einer Stammzelltransplantation unterziehen. Hierzu besteht in unserer Klinik der Schwerpunkt Stammzelltransplantation. Innerhalb dieses Arbeitsbereiches erfolgt die Vorbereitung und Durchführung dieser Behandlung durch besonders qualifiziertes Personal auf einer speziellen Transplantationsstation (Station 4a). Es versteht sich von selbst, dass die Zusammenarbeit mit diesem Arbeitsbereich ganz besonders eng ist und die Betreuung der Patienten präzise aufeinander abgestimmt wird. Für die Identifikation von Stammzellspendern für unsere Patenten ist eine HLA-Typisierung der Empfänger sowie potentieller Spender notwendig. Diese Untersuchungen werden in der Transfusionsmedizin unseres Klinikums durchgeführt. Die dort ansässige Blutspendezentrale stellt außerdem die Rund-um-die-Uhr-Versorgung unserer Patienten mit lebenswichtigen Blutprodukten sicher.

Bei der Behandlung akuter Leukämien und fortgeschrittener Myelodysplasien spielt besonders die Supportivbehandlung eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grunde arbeiten wir sehr eng mit dem Schwerpunkt Infektiologie unserer Klinik zusammen, welcher eine besondere Expertise auf diesem Gebiet besitzt.

Klinische Studien

In den vergangenen Jahren konnten erhebliche Fortschritte bei der Behandlung akuter Leukämien und myelodysplastischer Syndrome erzielt werden. Ein wichtiges Instrument hierfür sind klinische Prüfungen, bei denen neue diagnostische und therapeutische Verfahren mit bisherigen Methoden verglichen werden. Als akademische Institution sehen wir uns dem medizinischen Erkenntnisgewinn verpflichtet, um zukünftigen Erkrankten besser helfen zu können. Aus diesem Grund bitten wir jeden unserer Patienten, der sich hierfür qualifiziert, an einer klinischen Prüfung mitzuwirken. Die studienbezogene Betreuung erfolgt in diesem Fall durch hierin besonders geschultes Personal unseres Klinischen Studienzentrums.

Unsere aktuellen Studien zu

Sprechstunde

Akute Leukämien bedürfen einer sorgfältigen ambulanten Weiterbehandlung oder Nachsorge. Ein großer Teil unserer MDS-Patienten wird ebenfalls ambulant behandelt. Zu diesem Zweck befindet sich in der Ambulanz unserer Klinik eine Leukämie- und MDS-Sprechstunde. Hier stellen wir sicher, dass eine adäquate Weiterversorgung unserer Patienten erfolgt. Wir kooperieren dabei sehr eng mit den niedergelassenen Kollegen unseres Faches, um eine möglichst wohnortnahe Betreuung zu gewährleisten. Die Sprechstunde ist ferner Anlaufstelle für konsiliarische Anliegen jedweder Art von Kollegen in Praxen oder anderen Krankenhäusern. Sofern es ein Patient wünscht, nehmen wir auch in Form einer Zweitmeinung Stellung zu seinem Fall.

Palliativmedizin

Sofern eine akute Leukämie oder Myelodysplasie nicht geheilt werden kann, rückt eine lindernde (palliative) Behandlung in den Vordergrund. Diese kann aus einer milden, gegen die Grunderkrankung gerichteten Therapie bestehen und/oder aus verschiedenen Ansätzen, welche eine Vermeidung von Komplikationen (zum Beispiel Infektions- oder Blutungsprophylaxe) zum Ziel haben. Darüber hinaus steht häufig die günstige Beeinflussung von Krankheitssymptomen (zum Beispiel Schmerzen) im Mittelpunkt der therapeutischen Bemühungen. Am Kölner Universitätsklinikum besteht der besondere Vorteil, dass hier unser Zentrum für Palliativmedizin angesiedelt ist, mit dem wir sehr eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Psychosoziale Hilfe

Neben den zahlreichen körperlichen Aspekten von Leukämie- und MDS-Erkrankungen möchten wir auch Hilfestellung bei der Bewältigung der psychosozialen Probleme dieser Erkrankungen geben. Der Sozialdienst unseres Klinikums kann bei der Organisation der häuslichen Versorgung wertvolle Dienste leisten. Für die psychoonkologische Betreuung unserer Patienten steht der Verein LebensWert mit in diesen Dingen ganz besonders kompetentem Personal zur Verfügung. Selbstverständlich suchen wir auch den engen Kontakt zu Patientenverbänden (Deutsche Leukämie- und Lymphomhilfe e.V., MDS-Foundation), mit denen wir regelmäßige Informationsveranstaltungen für Betroffene und deren Angehörige organisieren.

Kooperationen
Publikationen
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