Labor für translationale Immunmodulation in der Krebstherapie

English version

Ein Großteil der Lungenkarzinome zeigt sich bis heute weiterhin refraktär gegenüber spezifischer Behandlungsstrategien, trotz aktueller zielgerichteter Therapien für bestimmte Subtypen. Die aktuell zu beobachtenden verbesserten Ansprechraten von Lungenkrebs sind auf die Behandlung mit Immuncheckpointinhibitoren, die das patienteneigene adaptive Immunsystem reaktivieren, zurückzuführen. Bislang spricht nur ein kleiner Teil der Patienten mit diesem Subtyp des Bronchialkarzinoms an. Wahrscheinlich ist die Anwendung einer multimodalen Therapie nötig, um das Wachstum von Lungenkrebs suffizient zu behandeln.

Unsere Arbeitsgruppe befasst sich mit den Mechanismen der therapeutischen Immunmodulation im Tumormikromilieu. Hierbei untersuchen wir die Effekte von zielgerichteter Strahlentherapie, Chemotherapie, immunmodulatorischen Agenzien und small molecules auf die Tumor-infiltrierenden Immunzellen. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Mechanismen der T-Zell Reaktivierung sowie der zielgerichteten Inhibition der Neutrophileninfiltration. Schließlich dienen uns diese Experimente zur Entwicklung neuer synergistischer Therapieoptionen in Mausmodellen, die wiederum eine rasche Translation in klinische Studien ermöglichen sollen.

Zur Person

Dr. Grit Herter-Sprie studierte von 2001–2008 Humanmedizin in Freiburg. Teile der klinischen Ausbildung verbrachte sie in Stockholm, Sydney, Paris, New York und Johannesburg. Ihre Promotion schloss sie 2008 in der Arbeitsgruppe von Prof. Hans-Georg Koch (Leitung: Prof. Matthias Müller), Institut für Biochemie und Molekular Biologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, ab.

Seit 2009 ist Dr. Herter-Sprie als Ärztin in der Abteilung Innere Medizin I der Universitätsklinik Köln unter Leitung von Prof. Hallek tätig und arbeitete als Postdoktorandin im Labor von Prof. Christian Reinhardt am Cologne Center for Genomics, Köln (2010-2012). Dort entwickelte Dr. Herter-Sprie eine Cdkn1aSUPER Maus, die als Reporter für Tp53-vermitteltes Zellzyklus signaling fungiert. In dieser Arbeit konnte sie zeigen, dass Cdkn1aSUPER Mäuse haben einen krebsprotektiven Phänotyp aufweisen (Cell Reports, 2018).

Von 2012-2015 wechselte Dr. Herter-Sprie in das Labor von Prof. Kwok-Kin Wong am Dana-Farber Cancer Institute der Harvard Medical School, Boston, USA. Hier beschäftigte sich Dr. Herter-Sprie primär mit der Entwicklung eines präklinischen Lungenkrebsmausmodells zur Applikation von modernster bildgestützter Strahlentherapie zur Evaluation von Radio-Immun-Kombinationstherapien (Nature Communications, 2014, und Journal of Clinical Investigation Insight, 2016). Außerdem wirkte sich bei zahlreichen Projekten mit, denen die präklinische Testung neuer antineoplastischer Agenzien zur Behandlung von Lungenkrebs zugrunde lag.2015 kehrte Dr. Herter-Sprie in die Abteilung Innere Medizin I, Hämatologie und Onkologie, an der Uniklinik Köln zurück. Seit 2019 leitet Dr. Herter-Sprie die Arbeitsgruppe für translationale Immunmodulation in der Krebstherapie und wird im Rahmen der Nachwuchsförderung durch eine „Career Advancement Program (CAP) Group“ des Zentrums für Molekulare Medizin Köln (ZMMK) gefördert. Hier beschäftigt sie sich mit der Effektivität von zielgerichteten Kombinationstherapien zur Lungenkrebsbehandlung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Identifizierung des Mechanismus der T-Zell Reaktivierung sowie der zielgerichteten Inhibition der Neutrophileninfiltration im Tumormikromilieu.

Forschungsschwerpunkte

  • Entwicklung zielgerichteter Therapieansätze in Mausmodellen
  • Immunmodulation des Tumormikromilieus zur Behandlung von malignen Erkrankungen
  • Synergistische Mechanismen in der Kombinationstherapie des Bronchialkarzinoms
  • Pathogenese von nicht-kleinzelligem und kleinzelligem Bronchialkarzinom
Fördermittel

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • Sonderforschungsbereich (SFB) der DFG 1399 – Mechanismen der Medikamenten-Empfindlichkeit und Resistenz beim kleinzelligen Bronchialkarzinom
  • Career Advancement Program (CAP) Group - Zentrums für Molekulare Medizin Köln (ZMMK)
  • Medizinische Fakultät der Universität zu Köln:

    • Gusyk-Familienförderstelle
    • Köln Fortune Programm

Das Team

Dr. Sabrina Weil, Postdoc
Carlos Carvajal Fraile, MTLA

Nach oben scrollen