16.11.2017
Interdisziplinäre Infektionsprävention

Antibiotikaresistenzen verhindern

Europäischer Antibiotikatag

Blick auf das Bettenhaus, Foto: Uniklinik Köln

Infektionskrankheiten gehören zu den häufigsten Gründen, weshalb Patienten einen Arzt aufsuchen oder in Krankenhäuser aufgenommen werden. Mit Antibiotika haben Ärzte heute gute Medikamente in der Hand, um damit die meisten Infektionen wirksam zu behandeln. Jedoch: diese Waffen werden jedoch zunehmend stumpfer. Deshalb hat die Europäische Gesundheitsbehörde ECDC den 18.11.2017 zum Europäischen Antibiotikatag erklärt. An der Uniklinik Köln kümmert sich seit 2014 eine eigene Arbeitsgruppe um das Thema Interdisziplinäre Infektionsprävention.

Weltweit ist eine Zunahme von Krankheitserregern zu beobachten, die resistent gegen Antibiotika sind. „Zwischen der Häufigkeit, mit der Antibiotika angewendet werden und der Entstehung von Resistenzen besteht ein direkter Zusammenhang. Deshalb sollten Antibiotika immer nur dann verabreicht werden, wenn sie wirklich notwendig und hilfreich sind und die Gabe sollte nicht länger erfolgen als unbedingt nötig. Außerdem sollten diese Medikamente möglichst gezielt – das heißt möglichst genau – auf den nachgewiesenen oder vermuteten Erreger zugeschnitten eingesetzt werden“, so Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer, aktueller Sprecher der Arbeitsgruppe Interdisziplinäre Infektionsprävention.

Der sorgsame Umgang mit Antibiotika ist der Uniklinik Köln schon seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen. Schon lange sind hier Experten aktiv, die sich in interdisziplinärer Zusammenarbeit intensiv mit diesem Thema befassen, um eine optimale Betreuung von Patienten mit Infektionskrankheiten sicherzustellen. Insbesondere bei schweren Infektionen ist eine sehr gute Abstimmung zwischen verschiedenen Fachabteilungen unbedingt notwendig. Neben der Behandlung kommt der Vorbeugung von Infektionen eine sehr wichtige Bedeutung zu.

Die Arbeitsgruppe Interdisziplinäre Infektionsprävention wurde bereits im Jahr 2014 an der Uniklinik Köln gegründet. Ihre zentrale Aufgabe ist es, im Krankenhaus erworbene (nosokomiale) Infektionen durch vorbeugende Maßnahmen (z. B. gute Hygiene) zu verhindern. Doch trotz Anwendung bestmöglicher Schutzmaßnahmen lassen sich Infektionen im Krankenhaus nicht immer vermeiden. Dann kommt es darauf an, sie möglichst schnell zu erkennen, die behandelnden Ärzte fachlich zu beraten und zu unterstützen, die betroffenen Patienten optimal zu behandeln sowie die Ausbreitung der Infektion zu verhindern.

„Die WHO hat dieses Jahr für die Antibiotic Awareness Week das Motto ausgegeben: Denke nach, suche Rat (Think twice, seek advice). Diese Haltung ist an der Uniklinik Köln seit vielen Jahren gängige Praxis“, so Prof. Fätkenheuer.

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