Zum dritten Mal haben die beiden größten onkologischen Spitzenzentren in Nordrhein-Westfalen – das Centrum für Integrierte Onkologie der Uniklinik Köln (CIO Köln) und das Westdeutsche Tumorzentrum der Universitätsmedizin Essen (WTZ Essen) – gemeinsam mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft zum „Onko-Talk NRW“ eingeladen. Unter dem Motto „Forschungsdurchbrüche aus Nordrhein-Westfalen, die die Onkologie verändert haben“ kamen am Montag, den 19. Januar 2025, rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einem infromativen und unterhaltsamen Abend ins CIO.
Auf dem Podium diskutierten Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin und des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) an der Uniklinik Köln, Univ.-Prof. Dr. Martin Schuler, Direktor der Inneren Klinik (Tumorforschung) am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) des Universitätsklinikums Essen, und die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Ina Brandes MdL über spektakuläre Forschung „made in NRW“. Ein zentrales Beispiel für diese erfolgreiche Forschung lieferte Prof. Dr. Peter Borchmann, Oberarzt an der Uniklinik Köln und Leiter der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG) – der weltweit größten und bedeutendsten akademische Forschungsgruppe für das Hodgkin Lymphom: Dank klinischer Forschung sank die Sterblichkeit beim Hodgkin-Lymphom von 99 Prozent im Jahr 1970 auf heute rund ein Prozent.
Ministerin Brandes zeigte sich von der Leistungsfähigkeit der Onkologie in NRW überzeugt: „Krebs ist eine Volkskrankheit, eine Geißel der Menschheit und ich bin stolz und dankbar, dass wir in Nordrhein-Westfalen so viele hervorragende Wissenschaftler haben, die mit großem Erfolg daran arbeiten, den Krebs zu besiegen.“ Sie setzt dabei auf eine Forschungspolitik, die „Stärken stärkt“: „Deshalb werden wir auch einen Teil des Sondervermögens in Nordrhein-Westfalen in die Krebsforschung investieren“, sagte sie zur Freude der Anwesenden. Für die Universitätsklinika in Nordrhein-Westfalen stünden insgesamt eine Milliarde Euro aus dem Sondervermögen des Bundes zur Verfügung.
Einen weiteren und aktuellen Forschungsdurchbruch stellte Priv.-Doz. Dr. Othman Al-Sawaf von der Uniklinik Köln im Bereich der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) vor. Er konnte nachweisen, dass eine zeitlich begrenzte Behandlung so gut wirkt wie eine Dauertherapie. Diese Erkenntnis veränderte direkt und weltweit den Behandlungsstandard dieser Erkrankung. Als er die Ergebnisse vor wenigen Wochen beim weltweit bedeutendsten Kongress für Bluterkrankungen in den USA vor 10.000 Medizinerinnen und Medizinern präsentierte, war dies für den 35-Jährigen das bisherige Highlight seiner Karriere.
Auch die Perspektive der Patientinnen und Patienten war wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. Patientin Lisa Schröter sprach über ihr Leben mit einem Hodgkin Lymphom und wie sie heute andere junge Erkrankte vor allem in der Stiftung junge Erwachsene und Krebs unterstützt. Jörg Malsam hat seit 2003 ein Mantelzell-Lymphom und ist heute dank einer CAR-T-Zelltherapie 2023 krebsfrei. Diese neue Form der Immuntherapie wurde für ihn gerade noch rechtzeitig zugelassen. Er bedankte sich ausdrücklich auch bei den Mitarbeitenden der Uniklinik. Er habe sich zu jeder Zeit bei ihnen sicher gefühlt.



