Seltene invasive Pilzinfektionen wie die Mukormykose gehören zu den schwerwiegenden Infektionserkrankungen mit weiterhin hoher Sterblichkeit. Gleichzeitig erschweren geringe Patientenzahlen die Durchführung klinischer Studien und die Entwicklung neuer Therapien. Univ.-Prof. Dr. Oliver A. Cornely, Direktor für Translationale Forschung am CECAD-Exzellenzcluster sowie wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Klinische Studien (ZKS) Köln an der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, war wissenschaftlicher Mitorganisator des internationalen Workshops „Improving Clinical Outcomes for Mucormycosis and Other Rare Mold Infections“ des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID). Die zweitägige Veranstaltung fand am 13. und 14. August 2026 in Rockville, USA, statt und brachte 144 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Medizin, Behörden, Industrie und Public Health zusammen.
Das NIAID ist eines der zentralen Institute der National Institutes of Health (NIH) in den USA und beschäftigt sich unter anderem mit der Erforschung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Ziel des Workshops war es, internationale Strategien zu entwickeln, um klinische Forschung und Studienstrukturen für seltene Schimmelpilzinfektionen weiterzuentwickeln.
Im Mittelpunkt standen Herausforderungen bei der Planung klinischer Studien, neue diagnostische Verfahren, Biomarker, geeignete Studienendpunkte sowie innovative Studiendesigns, die trotz geringer Patientenzahlen belastbare Daten ermöglichen können. Gemeinsam mit internationalen Partnern erarbeiteten die Teilnehmenden Perspektiven für zukünftige Studien und Forschungsnetzwerke.
Auch weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uniklinik Köln waren beteiligt. Dr. Danila Seidel brachte ihre Expertise aus dem FungiScope-Register ein, das in 96 Ländern klinische Daten zu seltenen invasiven Pilzinfektionen sammelt und damit eine wichtige Grundlage für Forschung und Planung multizentrischer, internationaler Studien bildet. Dr. Jannik Stemler stellte innovative Studiendesigns für seltene Infektionen vor und zeigte neue Konzepte wie akut erkrankte Patientinnen und Patienten in spezialisierte Zentren verlegt werden können. Zudem war Dr. Ullrich Bethe aus Köln an der Veranstaltung als Spezialist für adaptive Plattformstudien beteiligt.
