Labor für zielgerichtete Immuntherapien

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Unser Labor erforscht Immunflucht bei Viren und Krebserkrankungen und entwickelt neuartige Antikörper, die solche Escape-Mechanismen überwinden können. Im Mittelpunkt stehen HIV-1 und B-Zell-Lymphome. Wir verbinden moderne Immunologie, Antikörper-Engineering und translationale Modelle, um aus mechanistischen Erkenntnissen therapeutische Moleküle abzuleiten – mit dem Ziel, diese schnell in klinische Anwendungen zu überführen.

Überwindung der HIV-1-Antikörperresistenz

Das HIV-Programm konzentriert sich auf breit neutralisierende Antikörper (bNAbs) und deren Einsatz in innovativen Therapie-, Präventions- und potenziellen Heilungsstrategien. Wir entwickeln hochpotente multispezifische Antikörper, analysieren HIV-1-Resistenzen direkt bei Menschen mit HIV (PLWH) und kombinieren Kohortenanalysen, Single-B-Cell-Technologien und in-vivo-Modelle, um neue immuntherapeutische Ansätze voranzutreiben.

Was wir tun:

  • Entdeckung und Charakterisierung von bNAbs mittels Single-Cell-Methoden, Hochdurchsatz-Neutralisation und Escape-Mapping.
  • Schnelle Erfassung von Resistenzprofilen direkt bei PLWH durch neuartige funktionelle Assays und gekoppelte Genotyp-Phänotyp-Analysen.
  • Modellierung realer Selektionsdrücke mittels Fitness- und Escape-Landschaften sowie Synergie-Tests von Antikörperkombinationen vs. Multispezifika.
  • Evaluierung von Präventions- und Therapieansätzen in humanisierten Mausmodellen.

Warum das wichtig ist

Wir möchten bNAb-basierte Behandlungen präziser und wirksamer machen – durch das Matching des richtigen Antikörpers zur richtigen Person. Gleichzeitig entwickeln wir multispezifische bNAbs, die breit genug sein könnten, um gängige Escape-Signaturen zu überwinden und so universell, weltweit einsetzbare Therapien zu ermöglichen.

Weiterentwicklung der Lymphom-Immuntherapie

Basierend auf unserer langjährigen Expertise im Antikörperengineering entwickeln wir neue multispezifische Antikörper gegen aggressive B-Zell-Lymphome. Während aktuelle CD3×CD20-bispezifische Antikörper wichtige Fortschritte darstellen, bleiben Herausforderungen wie Rezidive, Resistenz und CRS bestehen. Multispezifische Antikörper ermöglichen eine präzisere, breitere und sicherere Ansprache von Tumorzellen und Immunzellen gleichzeitig.

Was wir tun:

  • Identifikation von Escape-Routen und Ableitung belastbarer Designprinzipien für neue therapeutische Formate.
  • Aufbau einer modularen Plattform, die komplementäre Antigenerkennung und Effektorsteuerung effizient kombiniert.
  • Schrittweise Validierung führender Kandidaten in neuartigen ex-vivo-Systemen und in-vivo-Lymphommodellen.

Warum das wichtig ist

Einzelziel-Therapien lassen Fluchtwege offen. Multispezifische Antikörper schließen diese, indem sie mehrere Erkennungs- und Aktivierungsmechanismen in einem Molekül vereinen. Dadurch können tiefere und dauerhaftere Therapieerfolge erzielt werden – mit klarer Perspektive für die klinische Translation.

Univ.-Prof. Dr. Dr.--Schommers-Philipp
Univ.-Prof. Dr. Dr. Philipp Schommers

Leiter Labor für zielgerichtete Immuntherapien
Laboratory for targeted immunotherapies​​​​​​​

ZMMK (Gebäude 66), Raum 2.019, Robert-Koch-Str. 21, 50931 Köln

Schwerpunkt: Klinische Infektiologie, HIV, Immunologie

fax icon+49 221 478-1427272

Nach seinem Medizinstudium von 2007 bis 2013 in Köln und Sydney, begann Herr Schommers seine Facharztausbildung im Jahre 2013 in der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln.  Er erhielt seine Facharztanerkennung für Innere Medizin im Jahr 2021 die Zusatzbezeichnung Infektiologie im Jahr 2023. Derzeit ist Dr. Schommers als Oberarzt in der Abteilung für Infektiologie tätig, wo er aktuell die infektiologische Station leitet.

Mit dem Ziel, “Clinician Scientist“ auf dem Gebiet der Immunologie und Infektiologie zu werden, unterbrach Dr. Schommers nach seiner ersten Promotion (Dr. med.) seine klinische Ausbildung. Während dieser Zeit wechselte er in das Labor von Prof. Marcus Altfeld am renommierten Leibniz-Institut für Virologie in Hamburg. Im Jahr 2016 kehrte Dr. Schommers an die Uniklinik Köln in das Labor von Prof. Florian Klein zurück, wo er im Jahr 2020 seine zweite Promotion (Dr. nat. med). Aufgrund seiner zahlreichen Publikationen und seiner langjährigen Lehrerfahrung konnte er sich im Jahre 2022 habilitieren.

Das durch Ihn geleitete Labor für antivirale Immunität hat sich zum Ziel gesetzt, hochdynamische Wirt-Pathogen Interaktionen besser zu entschlüsseln, um mit dem gewonnenen Wissen die Therapie und Prävention von Infektionserkrankungen verbessern zu können. Hierbei konzentriert sich das Labor aktuell vor allem auf die Antikörperantwort von infizierten Patienten oder geimpften Personen und die hierdurch ausgelösten Fluchtmutationen in Viren wie zum Beispiel HIV oder SARS-CoV-2.

Dr. Schommers und sein Labor wurden in den letzten Jahren durch mehrere Stipendien und Förderungen unterstützt. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) förderte ihn frühzeitig mit mehreren Stipendien. Von 2021 bis 2023 wurde er durch das Gilead Research Scholars Program in HIV gefördert. Seit 2022 wird das Labor für antivirale Immunität durch das renommierte Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Im Jahre 2023 konnte Dr. Schommers eine Else Kröner Clinician Scientist Professur bei der Else Kröner-Fresenius-Stiftung einwerben, welche aktuell an der medizinischen Fakultät eingerichtet wird.


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Team

Carmen Arentowicz (Doktorandin)
Dominik Aschemeier (Doktorand)
Anna-Maria Baleff (Doktorandin)
Max Freihammer (Postdoc)
Friederike Hartkopf (Studentische Hilfskraft)
Annalena Labeit (Doktorandin)
Luana Girao Lessa (Studentische Hilfskraft)
Sarah Leufgen (Technische Assistenz)
Dr. Hanna Ludwig (Postdoc)
Dr. Stanley Odidika (Postdoc)
Nicole Riet (Technische Assistenz)
Max Szameitat (Doktorand)